GesetzesänderungenVerkehrsrecht

Cannabis am Steuer: Der THC-Grenzwert und was er bedeutet

Seit August 2024 gilt im Straßenverkehr ein gesetzlicher THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml Blutserum. Was das für Konsumenten bedeutet und welche Sonderregeln gelten.

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Rechtsstand: Oktober 2026Fachlich geprüft von Rechtsanwältin Katharina Fischer(Fachanwältin für Verkehrsrecht)
Cannabisblatt vor neutralem Hintergrund
Bild: Manuella Schorchit / Pexels
Inhaltsverzeichnis

Mit der Teillegalisierung von Cannabis im Jahr 2024 hat der Gesetzgeber auch die Regeln im Straßenverkehr neu gefasst. Wer konsumiert und Auto fährt, sollte die neuen Grenzen genau kennen.

Der neue Grenzwert

Seit dem 22. August 2024 handelt ordnungswidrig, wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er eine THC-Konzentration von 3,5 ng/ml oder mehr im Blutserum hat (§ 24a Abs. 1a StVG). Zuvor hatte die Rechtsprechung bereits ab 1,0 ng/ml Sanktionen verhängt. Der neue Wert soll — nach Empfehlung einer Expertenkommission — eher dem Bereich entsprechen, in dem eine verkehrssicherheitsrelevante Wirkung nicht mehr fernliegend ist.

Die Folgen

Situation Regelfolge
THC ≥ 3,5 ng/ml 500 € Bußgeld, 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte
THC ≥ 3,5 ng/ml und Alkohol (Mischkonsum) erhöhtes Bußgeld (Regelsatz 1.000 €)
Fahranfänger/unter 21: Konsum am Steuer Bußgeld, Probezeitmaßnahmen
Ausfallerscheinungen oder Unfall Straftat nach § 316 StGB möglich

Sonderregeln für junge Fahrer

Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gilt ein Cannabisverbot am Steuer (§ 24c StVG). Für sie ist bereits der Konsum vor der Fahrt mit nachweisbarer Wirkung sanktioniert — ähnlich dem Alkoholverbot.

Führerschein und MPU

Die Fahrerlaubnisbehörde kann bei Hinweisen auf einen Cannabismissbrauch die Fahreignung überprüfen. Dafür gilt eine eigene Vorschrift (§ 13a FeV). Eine MPU kommt insbesondere in Betracht, wenn Tatsachen die Annahme eines Missbrauchs begründen oder wiederholt Verstöße begangen wurden. Gelegentlicher Konsum allein rechtfertigt nach der neuen Rechtslage keine Entziehung, wenn Konsum und Fahren sicher getrennt werden.

Hinweis: THC wird je nach Konsummuster sehr unterschiedlich abgebaut. Wer regelmäßig konsumiert, kann den Grenzwert auch am Folgetag noch überschreiten. Im Zweifel: das Auto stehen lassen.

Was tun nach einer Kontrolle?

Machen Sie keine Angaben zu Zeitpunkt und Menge des Konsums. Ein Drogenschnelltest ist freiwillig; eine Blutentnahme kann jedoch angeordnet werden. Lassen Sie den Bußgeldbescheid prüfen — Fehler bei der Blutentnahme oder der Analyse sind nicht selten.

Häufige Fragen

Wie lange nach dem Konsum darf ich wieder fahren?

Eine sichere Wartezeit lässt sich nicht pauschal angeben, weil der Abbau von THC stark von Konsummenge, -häufigkeit und Person abhängt. Bei regelmäßigem Konsum kann der Grenzwert auch lange nach dem letzten Konsum überschritten sein.

Ist Fahren unter Cannabis auch strafbar?

Ja, wenn Fahruntüchtigkeit vorliegt — etwa bei Ausfallerscheinungen oder einem Unfall. Dann kommt eine Straftat nach § 316 StGB mit Entziehung der Fahrerlaubnis in Betracht.

Rechtsgrundlagen & Quellen

  1. § 24a StVG — 0,5-Promille-Grenze; Grenzwert für Cannabis
  2. § 24c StVG — Alkohol- und Cannabisverbot für Fahranfänger
  3. § 13a FeV — Klärung von Eignungszweifeln bei Cannabisproblematik
  4. § 316 StGB — Trunkenheit im Verkehr

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer Situation wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

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