LeitfädenVerkehrsrecht

Führerschein auf Probe: Was Fahranfänger in der Probezeit wissen müssen

Zwei Jahre Probezeit, null Promille und strenge Folgen schon bei einem schweren Verstoß: die Regeln für Fahranfänger im Überblick.

KF

Von Rechtsanwältin Katharina Fischer

Fachanwältin für Verkehrsrecht

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Aktualisiert
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2 Min. Lesezeit
Rechtsstand: Oktober 2026
Junge Person mit Autoschlüssel neben einem Auto
Bild: Antoni Shkraba / Pexels
Inhaltsverzeichnis

Fahranfänger verursachen statistisch überdurchschnittlich viele Unfälle. Deshalb gelten für sie in den ersten Jahren besonders strenge Regeln.

Die Probezeit

Wer erstmals eine Fahrerlaubnis erwirbt, erhält sie auf Probe. Die Probezeit dauert zwei Jahre ab Erteilung (§ 2a StVG). Beim begleiteten Fahren ab 17 beginnt sie bereits mit der Prüfungsbescheinigung.

A- und B-Verstöße

Die Fahrerlaubnis-Verordnung teilt Verstöße in zwei Kategorien ein (Anlage 12 FeV):

  • A-Verstöße (schwerwiegend): zum Beispiel Geschwindigkeitsüberschreitung ab 21 km/h, Rotlichtverstoß, Vorfahrtsverletzung, Handy am Steuer, Unfallflucht, Verstoß gegen das Alkoholverbot.
  • B-Verstöße (weniger schwerwiegend): zum Beispiel abgefahrene Reifen, Fahren ohne gültige HU, bestimmte Beleuchtungsmängel.

Die Maßnahmen in drei Stufen

  1. Erste Stufe: Ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße führen zur Anordnung eines Aufbauseminars. Die Probezeit verlängert sich auf vier Jahre.
  2. Zweite Stufe: Ein weiterer A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstöße führen zu einer Verwarnung mit der Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung.
  3. Dritte Stufe: Ein erneuter Verstoß führt zur Entziehung der Fahrerlaubnis.

Parallel dazu gelten die normalen Regeln: Bußgeld, Punkte im Fahreignungsregister und gegebenenfalls ein Fahrverbot.

Null Promille

Für Fahranfänger in der Probezeit und für alle Fahrer unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot (§ 24c StVG). Schon geringe Mengen Alkohol im Blut können zu einem Bußgeld, einem Punkt und den Probezeitmaßnahmen führen. Für Cannabis gelten für diese Gruppe ebenfalls besonders strenge Regeln.

Tipp: Prüfen Sie jeden Bußgeldbescheid in der Probezeit besonders sorgfältig. Weil schon ein A-Verstoß weitreichende Folgen hat, kann sich ein Einspruch lohnen, auch wenn das Bußgeld gering ist.

Nach einer Entziehung

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, kann eine neue frühestens nach drei Monaten beantragt werden. Die Behörde kann vor der Neuerteilung eine medizinisch-psychologische Untersuchung anordnen. Mit der neuen Fahrerlaubnis beginnt eine Probezeit für die Restdauer der vorherigen Probezeit.

Häufige Fragen

Was ist ein A-Verstoß?

Schwerwiegende Zuwiderhandlungen, etwa Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h, Rotlichtverstöße, Handynutzung am Steuer oder Verstöße gegen das Alkoholverbot.

Kann ich das Aufbauseminar verweigern?

Nein. Wird das angeordnete Seminar nicht fristgerecht absolviert, entzieht die Behörde die Fahrerlaubnis.

Rechtsgrundlagen & Quellen

  1. § 2a StVG — Fahrerlaubnis auf Probe
  2. § 24c StVG — Alkoholverbot für Fahranfänger und Fahranfängerinnen
  3. Anlage 12 zu § 34 FeV — Bewertung der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten im Rahmen der Fahrerlaubnis auf Probe

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer Situation wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

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Über die Autorin

KF

Rechtsanwältin Katharina Fischer

Fachanwältin für Verkehrsrecht Stuttgart

Verkehrs- und Bußgeldverfahren, Unfallregulierung, Versicherungsrecht.

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