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Abmahnung im Job: Was sie bedeutet und wie Sie richtig reagieren

Eine Abmahnung ist die Gelbe Karte vor der verhaltensbedingten Kündigung. Welche Anforderungen sie erfüllen muss und welche Reaktionsmöglichkeiten Arbeitnehmer haben.

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Rechtsstand: Oktober 2026Fachlich geprüft von Rechtsanwältin Anna Schmidt(Fachanwältin für Arbeitsrecht)
Ernstes Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter
Bild: cottonbro studio / Pexels
Inhaltsverzeichnis

Eine Abmahnung ist für viele Arbeitnehmer ein Schock. Rechtlich ist sie zunächst eine Warnung — aber eine, die man ernst nehmen sollte.

Funktion der Abmahnung

Mit einer Abmahnung beanstandet der Arbeitgeber ein konkretes Fehlverhalten und kündigt für den Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung an. Sie hat drei Funktionen:

  • Hinweisfunktion: Das Fehlverhalten wird genau bezeichnet.
  • Rügefunktion: Der Arbeitgeber macht klar, dass er das Verhalten nicht hinnimmt.
  • Warnfunktion: Für den Wiederholungsfall wird die Kündigung angedroht.

Fehlt eines dieser Elemente — etwa die Kündigungsandrohung —, handelt es sich nur um eine Ermahnung.

Warum sie für Kündigungen wichtig ist

Eine verhaltensbedingte Kündigung setzt nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz in der Regel eine vorherige einschlägige Abmahnung voraus. Einschlägig bedeutet: Der neue Verstoß muss mit dem abgemahnten Verhalten vergleichbar sein. Nur bei besonders schweren Pflichtverletzungen — etwa Diebstahl oder Tätlichkeiten — kann ohne Abmahnung gekündigt werden.

Ihre Reaktionsmöglichkeiten

  1. Nichts unterschreiben: Sie müssen den Inhalt der Abmahnung nicht bestätigen. Eine Unterschrift als „Empfangsbestätigung“ ist unschädlich, ein Anerkenntnis dagegen nicht.
  2. Gegendarstellung: Sie können eine eigene Stellungnahme verfassen, die der Personalakte beizufügen ist (§ 83 Abs. 2 BetrVG).
  3. Entfernung verlangen: Ist die Abmahnung unberechtigt, formell fehlerhaft oder enthält sie unzutreffende Tatsachen, können Sie die Entfernung aus der Personalakte verlangen — notfalls per Klage.
  4. Abwarten: Auch ohne Reaktion kann die Abmahnung in einem späteren Kündigungsschutzprozess noch angegriffen werden.

Tipp: Eine Klage auf Entfernung belastet das Arbeitsverhältnis häufig zusätzlich. Oft ist eine sachliche Gegendarstellung der klügere Weg — lassen Sie die Strategie anwaltlich prüfen.

Häufige Fehler des Arbeitgebers

Pauschale Vorwürfe („Sie sind regelmäßig unpünktlich“) ohne Datum und Uhrzeit, mehrere Vorwürfe in einer Abmahnung, von denen einer nicht zutrifft, oder Abmahnungen für Bagatellen sind angreifbar. Werden mehrere Pflichtverletzungen in einem Schreiben gerügt und ist auch nur eine unberechtigt, muss die Abmahnung insgesamt entfernt werden.

Häufige Fragen

Muss eine Abmahnung schriftlich erfolgen?

Gesetzlich ist keine Form vorgeschrieben; auch eine mündliche Abmahnung ist wirksam. Aus Beweisgründen erfolgt sie aber fast immer schriftlich.

Wie lange bleibt eine Abmahnung in der Personalakte?

Eine feste Frist gibt es nicht. Ob sie entfernt werden muss, hängt von der Schwere des Verstoßes und dem Verhalten danach ab. Unberechtigte Abmahnungen sind auf Verlangen zu entfernen.

Rechtsgrundlagen & Quellen

  1. § 314 BGB — Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund
  2. § 83 BetrVG — Einsicht in die Personalakten
  3. § 1 KSchG — Sozial ungerechtfertigte Kündigungen

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage (Stand: Oktober 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer Situation wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.

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